Auch wenn Federn ja eigentlich auch der Kategorie Körperverpackung angehören, so würde ich sie Menschenhaaren bevorzugen. Bitching & Junkfood sind da nicht ganz so spießig wie ich und popeln Menschenhaar ans Neckpiece und ans Ohrgehänge. Recycling sozusagen und voll politisch korrekt wahrscheinlich auch. Aber so genau möchte ich das gar nicht wissen…
Das Gute an der in Afrika geborenen Industriedesignerin Kumvana Gomani ist, dass sie es tatsächlich versteht, aus alt, neu und aus hässlich, schön zu machen. Nur wenigen Recycling Designern gelingt es nämlich, aus Müll und gefundenen Materialien wirklich tragbare Stücke entstehen zu lassen.
Für Kumvana Gomani kein Problem. Die filigrane, aus Plastikflaschen entstandene, Schmuckserie belegte beim inhabitat spring greening contest zu recht den zweiten Platz und ich hoffe, bald mehr von der jungen Designerin zu sehen. (more…)
KA/POW/WOW Objekte liegen irgendwo zwischen moderner Halskrause und Stoffschmuck – und spätestens seit Susie Bubble ihre Outfits ganz forsch mit crazy Halsobjekten hochtunt habe auch ich kapiert, dass die Alternative zu Schmuck und Schal das „Neckpiece” ist. Aus Vintage-Textilien gefertigt und durch die Natur inspiriert liefern die neckischen KA/POW/WOW Stücke zudem noch den guten Geist der Nachhaltigkeit mit – das ist erwähnenswert; auch wenn ich dennoch in Zukunft davon absehen werde mir Rüschen an den Hals zu klemmen. Das können andere besser.
Otto von Quast ist kein altgedienter Philologie-Professor und auch kein Mitglied im Verein für Zwirbel-Bärte – Otto von Quast ist der Name eines Berliner Designstudios in dem zwei kecke Damen – Verena Kern und Britta Knüppel- unkonventionellen Schmuck entwerfen, einfallsreiche Produkte entwickeln und an spannenden Kunstprojekten tüfteln. Die 24 Carat Pets waren ursprünglich wertlose, ausrangierte Tierchen, die bislang ein eher unspektakuläres Dasein als Spielzeug, Sammelobjekt oder Staubfänger fristeten. Vergoldet mit 24 Karat Hartgold werden sie im Otto von Quast Studio zu prunkvollen Anhängern und Broschen, die als Unikate an Seidenbändern den Weg in die Welt wagen. Vielleicht sollte ich, mit meiner Kindheitskiste im Gepäck, Otto von Quast mal einen Besuch abstatten. Vom Hirschen bis zum Hasen gibt’s einiges zu finden. Einen Pinguin hätte ich auch noch zu bieten…Ganz zu schweigen von einigen hässlichen Überraschungseierfiguren, die ich einfach noch nicht entsorgen konnte.
Der Londoner Modedesigner Avsh Alom Gur entwirft und kreiert wirklich einzigartige Damenkollektionen die im wahrsten Sinne des Wortes Luxus und Armut, Müll und luxuriöse Stoffe, Abfall und Couture vereinen. Für seine Frühjahr/Sommer Kollektion sammelte Avsh Alom Gur Müll auf den Straßen Londons um ihn in seiner Kollektion zu verarbeiten. Und so finden sich zwischen edler Seide und hauchdünnem Chiffon Elemente von Verpackungen und Plastiktaschen, Medaillons aus Red Bull Dosen und Buttons, Ketten und Zieraufnähern aus allerlei Verpackungsmaterialien. Wer hätte sich vor Avsh Alom Gur ´s Kollektion vorstellen können, dass Couture und Abfall eigentlich hervorragend miteinander harmonieren können?
Gute Laune Kleidchen aus dem Recyclingtopf. Die Londoner Designer Orsola de Castro und Filipo Ricci haben bereits 1997 (also vor mehr als 10! Jahren) mit ihrem kleinen Label From Somewhere damit begonnen aus Abfallprodukten der Textilindustrie schicke Damenkollektionen zu entwickeln. Der Platz im Himmel der Recycling-Designer ist damit bestimmt gesichert. Das muss erstmal einer nachmachen! Aus Stoffresten, – enden und 2. Wahl Ware entstanden für die Sommerkollektion farbenfrohe Sommerkleider mit Patchwork-Charakter. Die Schnitte sind klar, die Stoffe fröhlich bunt. Bald gibt’s das alles dann noch Online zu kaufen – dann steht dem Sommersonnenkleid-Vergnügen ja nichts mehr im Wege.