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Nachgefragt bei OTTO – Ökologisches und soziales Engagement

18. November 2008 Nachhaltig & Fair Judith

Öko- Zertifikate, Bio-Siegel und Fair Trade-Gütezeichen in der Mode – Ein kurzlebiger Trend, eine kleine Nebenentwicklung oder zukunftsweisende Tendenz im Konsumenten-Verhalten?

Nach dem Erfolg von Bio-Lebensmitteln und Bio-Kosmetik ist der große Bio-Boom in der Mode angekommen. Immer mehr Konsumenten haben bei ihrer Kaufentscheidung nicht mehr nur den Preis eines Produktes im Auge, sondern auch dessen ökologische und soziale Qualität. Dabei spielt die sozial- und umweltverträgliche Produktion eine ebenso große Rolle wie das gute und gesunde Tragegefühl.

Bei wem liegt die Macht zur Veränderung: Beim Verbraucher oder auf Seite der Unternehmen?

Die Macht liegt beim Verbraucher, denn er bestimmt mit einem bewussten Konsumverhalten maßgeblich über Angebot und Nachfrage. Der Handel kann als Schnittstelle zwischen Hersteller und Verbraucher lediglich Anreize  schaffen, die vom Verbraucher aufgenommen werden oder auch nicht.

Welchen Stellenwert hat die sogenannte “Eco Fashion” in der OTTO Modewelt und wie reagieren ihre Kunden auf das Angebot?

Sie ist ein Teil des Ganzen und ergänzt unser vielseitiges Sortiment, das sich an viele verschiedene Kundengruppen richtet. Unser Textilsortiments erfüllt unseren Standard ”hautfreundlich weil schadstoffgeprüft” zu 100 Prozent. Wir bieten zum Beispiel auch energiesparende Elektro-Geräte an und achten bei unserem Möbelangebot darauf, dass das verwendete Holz nicht aus illegalem Raubbau stammt. Die Kunden fordern zunehmend Transparenz und nehmen unser Angebot an.

Was ist der Unterschied zwischen der OTTO “Pure Wear” Linie und der Linie “Cotton Made in Africa”?

Bei `Pure Wear´ handelt es sich um Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, also um Bio-Baumwolle. Hier liegt der Schwerpunkt bei der Produktion eindeutig auf dem Aspekt des Umweltschutzes. `Cotton made in Africa´ ist keine Bio-Baumwolle, sondern nachhaltig produzierte  Baumwolle. Nachhaltig, weil sich hier in der Wertschöpfungskette alle drei Säulen der Nachhaltigkeit wiederfinden: People – Planet – Profit.

Ein Unternehmen muss gewinnorientiert handeln. Die von OTTO angebotenen Produkte der Linien “Pure Wear” und “Cotton Made in Africa”  unterscheiden sich im Verkaufspreis nicht wesentlich von anderen OTTO Bekleidungstextilien, obwohl Rohstoffe und Weiterverarbeitung teurer sind. Ist es aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten für ein Unternehmen sinnvoll und dauerhaft möglich unter höchsten ökologischen, sozialen und ethischen Standards zu produzieren?

Wir weisen Umsatz und Gewinn der Linien zwar nicht separat in Zahlen aus, achten aber sehr wohl darauf, dass sich unser Engagement langfristig auch trägt, denn sicherlich muss Nachhaltigkeit grundsätzlich auch praktikabel und wirtschaftlich sein. Es ist ein großer Irrtum, wenn Nachhaltigkeit oftmals nur als Kostenfaktor gesehen wird. Der Nutzen von nachhaltigem Wirtschaften kann sehr schnell die Kosten übertreffen..

Wie hat sich bei OTTO der Anteil an eingekaufter und weiterverarbeiteter ökologisch zertifizierter Baumwolle in den letzten Jahren verändert?

Innerhalb der Otto Group lag der Sortimentsschwerpunkt “Textilien aus Biobaumwolle” in den letzten Jahren bei unterschiedlichen Konzernunternehmen. So bot zum Beispiel der Katalog Witt Weiden im Jahr 2007 in den Sortimentsbereichen Damenoberbekleidung, Herren-Konfektion und Nachtwäsche über 300 PURE WEAR-Artikel an; 2008 konnte diese Zahl weiter gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2008/09 soll der Anteil der  Biobaumwoll-Textilien am gesamten OTTO-Textilsortiment (ausgenommen Markenartikel) weiter zunehmen.

Tragen die OTTO – Bekleidungstextilien, die aus ökologisch zertifizierter Baumwolle gefertigt sind, weitere anerkannte Gütezeichen in Bezug auf Fair Trade und umweltschonende Verarbeitung unter Berücksichtigung von Schadstofffreiheit/-armut im Endprodukt? Wenn ja, welche? Zum Beispiel: Fairtrade Zertifikat, IVN zertifiziert NATURTEXTIL (mit oder ohne BEST), Öko-Tex Standard 1000 bzw. Öko-Tex Standard 100plus

Bei OTTO tragen nahezu 100 Prozent aller Textilien das Qualitätssiegel “Hautfreundlich, weil schadstoffgeprüft”, das sich an den renommierten Standard Öko-Tex 100 anlehnt.

OTTO übernimmt Verantwortung: Bereits seit den 70er Jahren sind Themen wie Umweltschutz, Sozialverantwortung und Nachhaltigkeit in der Unternehmensphilosophie verankert und werden wirtschaftlich gelebt. Welche Meilensteine hat OTTO im Bereich “Eco Fashion” gesetzt? Welche Ziele hat OTTO für 2009 (im Bezug auch Eco Fashion)?

Mitte der 90er Jahre hat OTTO ein Biobaumwollprojekt in der Westtürkei ins Leben gerufen. Seit 1998 bieten wir in unserem Sortiment Textilien aus Bio-Baumwolle an. 2003 wurde das Qualitätssiegel “PURE WEAR – die reinste Mode” im Katalog eingeführt. Es kennzeichnet Mode, deren Rohstoff Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau stammt. In der Saison Frühjahr/Sommer 2008 hat OTTO über 100 PURE WEAR-Textilien in den Sortimentsbereichen Damen- und Herrenoberbekleidung, Kinderbekleidung, Wäsche sowie Bademäntel angeboten. Im Wechselspiel von Angebot und Nachfrage gilt es, das Angebot künftig weiter auszubauen.

Gemessen am gesamten Angebot der OTTO Bekleidungstextilien ist das Segment “Eco Fashion” im OTTO Online Shop präsent, jedoch überschaubar. Warum?

Der Sortimentsschwerpunkt “Textilien aus Biobaumwolle” lag innerhalb der Otto Group, wie bereits erwähnt, in den letzten Jahren bei unterschiedlichen Konzernunternehmen. Diese bieten die Textilien auch auf Ihren jeweiligen Web-Sites an. In unserem Online-Shop zeigen wir nicht nur die jeweils aktuellen PURE WEAR- und Cotton made in Africa-Textilien, sondern auch nachhaltige Produkte aus den Bereichen Einrichten und Technik.

Wäre es denkbar, dass bei OTTO eines Tages alle Bekleidungstextilien unter höchsten sozialen, ökologischen und ethischen Standards produziert werden?

Langfristig wäre es unser größter Wunsch, dass sich alle Hersteller und Händler gemeinsam diesem Ziel verschreiben.

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