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J.W. Anderson – The Rattle Bag Collection

2. August 2008 Denim & Co, Strick Judith

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Brrr…fast glaubte ich, es bei J.W. Anderson mit Kreuzungskreationen eines Waldschrats mit alpenländischem Hornblasorchestern zu tun zu haben. Doch was wäre eine Designerkollektion wert, würde sie aus solch primitiven Inspirationsquellen schöpfen?

J.W. Anderson setzte seine Herbst/Winter Kollektion in Beziehung zu Russland. Zum Zarenreich und zum Kommunismus – und wo die genannt werden darf die mystische Gestalt des Grigori Rasputin natürlich auch nicht fehlen. Weil´s so schön ist bezieht Anderson auch gleich den ersten Weltkrieg und die Handwerkskunst des Eierlegers Peter Carl Fabergé´s in seine Kollektionsbeschreibung mit ein – und mir wird schon ganz schwindelig. Klingt plausibel, was Anderson so russisch inspiriert schreibt und kreiert, ich halte es an dieser Stelle jedoch kürzer: Die Bandbreite der Anderson´schen Kollektion reicht von experimentell-künstlerisch bis absolut alltagstauglich – Qualitätsarbeit, Handwerkskunst und die Verarbeitung edler Stoffe, hochwertiger Wolle und feinem Leder stehen in enger Verbindung zu den aufwändigen, detailreichen Entwürfen. Schmuck ist groß, markant und ausgeprägt  und untermauert den theatralischen Charakter Anderson´s Designs.
Mit seiner zweiten Kollektion katapultiert sich der 25-jährige Ire in die vorderste Reihe der europäischen Jungdesigner und zeigt  dass Kreativität, Freigeist und handwerkliches Können keine Frage des Alters sind.

Fotos via J.W. Anderson.

Andere über J.W. Anderson: Hommeboy, Pull Teeth, The Fashionisto, We are the Market.

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